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Vision-System an die SPS anbinden: Trigger, Ergebnisse und industrielle Schnittstellen

Welches Feldbusprotokoll, welche Art der Triggerung und welche Rückmeldestruktur ein Vision-System für eine prozesssichere Anbindung an die Maschinensteuerung tatsächlich braucht.

Eine prozesssichere SPS-Integration erfordert die deterministische Definition des Triggersignals, den synchronen Austausch von Produktkennungen und eine strukturierte Rückmeldung von Prüfdaten. Moderne Vision-Systeme nutzen echtzeitfähige Feldbusse wie PROFINET, EtherCAT oder EtherNet/IP für Prozessdaten sowie OPC UA für übergeordnete IT- und MES-Systeme.

Der deterministische Prüfzyklus im Detail

Der fehlerfreie Ablauf einer inline-Qualitätskontrolle basiert auf einer strikt getakteten Kommunikationskette zwischen der Maschinensteuerung (SPS) und dem Kamerasystem:

  1. Bauteil erreicht die definierte Prüfposition im Werkzeug oder auf dem Förderband.
  2. SPS übermittelt die Typenkennung (Rezeptnummer) vorab an das Vision-System.
  3. Ein zeitkritischer Hardware-Trigger löst die Bildaufnahme mikrosekundengenau aus.
  4. Das Vision-System wertet das Bild aus und hält den Busy-Status aufrecht.
  5. Die Ergebnisdaten (Gut/Schlecht, Fehlercodes, Messwerte) werden an die SPS übergeben und quittiert.

Vergleich industrieller Kommunikationsprotokolle

SchnittstelleEchtzeitfähigkeitTypischer Anwendungsbereich (THOP-Praxis)
Digitale I/O (24V)Sehr hoch (Hardware)Einfache Triggerung, Bereit-Signale, binäre IO/NIO-Ausgabe.
PROFINET (RT/IRT)Hoch bis sehr hochStandard in Siemens-Umgebungen; Übertragung von Rezepten, Fehlercodes.
EtherCATExtrem hoch (< 1 ms)Motion-Control-Anwendungen, fliegende Bildaufnahme synchron zu Servoachsen.
EtherNet/IPHochStandard im Rockwell / Allen-Bradley Automatisierungsumfeld.
OPC UAMittel (Nicht-Echtzeit)Herstellerunabhängiger Export an MES, ERP-Systeme oder Qualitätsdatenbanken.

Hardware-Triggerung versus Software-Bus-Kommunikation

Für die Bildaufnahme gilt in der industriellen Bildverarbeitung der Grundsatz: Der Trigger zur Bildaufnahme gehört auf einen direkten digitalen Hardware-Eingang der Kamera oder des Vision-Controllers (z. B. über eine schnelle Lichtschranke oder ein direktes 24V-Signal der SPS-Ausgangsbaugruppe). Ein Software-Trigger über Feldbusprotokolle unterliegt Jitter (Laufzeitschwankungen) im Netzwerk. Dies kann bei bewegten Bauteilen zu Positionsverschiebungen im Bild und damit zu Scheinausschuss führen. Daten wie Produkt-IDs, Chargennummern oder detaillierte Messergebnisse werden dagegen parallel und flexibel über den Feldbus übertragen.

💡 Praxis-Tipp der THOP AG

Jedes THOPinspect-System verfügt über galvanisch getrennte, ultraschnelle Hardware-Digitaleingänge für den Kamera-Trigger sowie standardisierte Software-Bausteine (Siemens TIA-Portal, Beckhoff TwinCAT), was die Integrationszeit in Ihre bestehende Anlage deutlich verkürzt.